Deutsch B1

Die B1-Prüfung: Ablauf, Teile und Dauer

5 Min. Lesezeit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen an Einzeltischen in einem hellen Prüfungsraum und bearbeiten schriftliche Aufgaben

Eine B1-Prüfung besteht immer aus vier Teilen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Die drei schriftlichen Teile schreiben Sie an einem Tag im Prüfungsraum, den mündlichen Teil machen Sie meistens zu zweit mit einer anderen Person. Beim Goethe-Zertifikat B1 dauert der schriftliche Teil ca. 165 Minuten ohne Pausen, beim telc Deutsch B1 sind es 150 Minuten; die mündliche Prüfung dauert bei beiden ca. 15 Minuten.

Daten geprüft: 3. September 2026. Die Zahlen in diesem Artikel stammen aus den Durchführungsbestimmungen des Goethe-Instituts (Stand 1. September 2023) und aus dem Übungstest der telc gGmbH. Prüfungsordnungen ändern sich. Prüfen Sie die aktuellen Angaben vor der Anmeldung auf der Seite Ihres Anbieters — goethe.de oder telc.net — und bei Ihrem Prüfungszentrum.

Was wird bei der B1 Prüfung gemacht?

Sie bearbeiten vier Bereiche. In jedem Bereich zeigen Sie eine andere Fähigkeit:

  • Lesen — Sie lesen Anzeigen, E-Mails, Zeitungstexte und Informationsbroschüren und beantworten Fragen dazu. Sie schreiben nichts selbst, Sie markieren Ihre Antworten auf einem Antwortbogen.
  • Hören — Sie hören Ansagen, Radiobeiträge, Gespräche und Meinungen vom Tonträger und lösen dazu Aufgaben. Jeder Text läuft ein- oder zweimal, je nach Aufgabe.
  • Schreiben — Sie schreiben selbst einen Text: eine E-Mail, einen Brief oder einen Forumsbeitrag.
  • Sprechen — Sie sprechen mit einer zweiten Person und mit den Prüfenden. Vorher bekommen Sie Zeit zur Vorbereitung.

Zwei Punkte überraschen viele Teilnehmende. Erstens: Es gibt keinen reinen Grammatiktest wie in der Schule. Grammatik wird geprüft, aber innerhalb der Aufgaben — beim telc Deutsch B1 gibt es dafür den eigenen Teil „Sprachbausteine“. Zweitens: Sie dürfen kein Wörterbuch und kein Handy benutzen.

Wie lange dauert die B1-Prüfung?

Das hängt vom Anbieter ab. Die beiden in Deutschland häufigsten Prüfungen sind das Goethe-Zertifikat B1 und das telc Deutsch B1.

Goethe-Zertifikat B1

Modul Dauer
Lesen 65 Minuten
Hören ca. 40 Minuten
Schreiben 60 Minuten
Schriftlich gesamt ca. 165 Minuten (ohne Pausen)
Sprechen (Paarprüfung) 15 Minuten + 15 Minuten Vorbereitung

Zwischen den schriftlichen Modulen ist eine Pause von mindestens 15 Minuten vorgesehen. Rechnen Sie also mit einem halben Tag im Prüfungszentrum, nicht mit knapp drei Stunden.

telc Deutsch B1

Prüfungsteil Dauer
Leseverstehen und Sprachbausteine (zusammen) 90 Minuten
Hörverstehen ca. 30 Minuten
Schriftlicher Ausdruck 30 Minuten
Schriftlich gesamt 150 Minuten
Mündlicher Ausdruck ca. 15 Minuten + 20 Minuten Vorbereitung

Die Unterschiede zwischen beiden Prüfungen — und welche für Sie die passende ist — erklären wir ausführlich unter telc B1 oder Goethe-Zertifikat B1.

Was muss man für B1 können?

B1 ist die dritte von sechs Stufen im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GER). Auf dieser Stufe gelten Sie als selbstständige Sprachverwenderin oder selbstständiger Sprachverwender. Konkret heißt das:

  • Sie verstehen die Hauptpunkte, wenn es um vertraute Themen aus Arbeit, Schule, Freizeit oder Alltag geht — auch wenn Sie nicht jedes Wort verstehen.
  • Sie kommen in den meisten Alltagssituationen zurecht: Termin beim Amt, Gespräch mit der Vermieterin, Anruf beim Arzt, Reklamation im Geschäft.
  • Sie können zusammenhängend erzählen — über Ihre Erfahrungen, Ihre Pläne, ein Ereignis — und Ihre Meinung mit einer kurzen Begründung sagen.
  • Sie können einfache zusammenhängende Texte schreiben, zum Beispiel eine E-Mail, in der Sie etwas erklären, sich entschuldigen oder um Auskunft bitten.

Sprachlich brauchen Sie dafür vor allem: Perfekt und Präteritum, Nebensätze mit weil, dass, wenn, obwohl, die Passivform, Adjektivendungen, Konjunktiv II für höfliche Bitten und einen Wortschatz von etwa 2.000 bis 2.400 Wörtern. Perfekt muss nichts davon sein — B1 verlangt, dass man verstanden wird, nicht dass man fehlerfrei spricht.

Wie viele Punkte braucht man zum Bestehen?

Hier unterscheiden sich die beiden Prüfungen deutlich, und das ist der wichtigste praktische Unterschied.

Beim Goethe-Zertifikat B1 wird jedes Modul einzeln mit maximal 100 Punkten bewertet. In den Durchführungsbestimmungen steht: „Ein Modul ist bestanden, wenn mindestens 60 Punkte bzw. 60 % erreicht sind.“ Jedes Modul zählt für sich — ein sehr gutes Leseergebnis rettet also kein schwaches Schreibergebnis.

Beim telc Deutsch B1 gibt es insgesamt 300 Punkte: 225 für die schriftliche und 75 für die mündliche Prüfung. telc schreibt dazu: „Um die Prüfung zu bestehen, müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl in der Schriftlichen als auch in der Mündlichen Prüfung jeweils 60 % der möglichen Höchstpunktzahl erreichen. Dies entspricht 135 Punkten in der Schriftlichen und 45 Punkten in der Mündlichen Prüfung.“ Hier zählt also der schriftliche Teil als Ganzes — eine schwache Schreibaufgabe können Sie mit einem guten Leseergebnis ausgleichen.

Der Prüfungstag — was praktisch passiert

  1. Ankommen und Ausweis zeigen. Bringen Sie ein gültiges Ausweisdokument mit. Ohne Ausweis dürfen Sie nicht teilnehmen. Kommen Sie 20 bis 30 Minuten früher.
  2. Daten eintragen. Vor jedem Teil tragen Sie Ihre Daten auf dem Antwortbogen ein. Die eigentliche Prüfungszeit beginnt erst danach — diese Minuten gehen Ihnen nicht verloren.
  3. Schriftliche Teile der Reihe nach. Meist beginnt es mit Lesen, danach Hören, zuletzt Schreiben. Handys und Taschen bleiben außerhalb des Raums.
  4. Antworten übertragen. Beim Goethe-Zertifikat markieren Sie zuerst auf den Aufgabenblättern und übertragen die Lösungen am Ende auf den Antwortbogen. Planen Sie dafür rund fünf Minuten innerhalb der Prüfungszeit ein. Wer das vergisst, verliert Punkte für Antworten, die er eigentlich richtig hatte.
  5. Mündliche Prüfung. Sie findet oft am selben Tag statt, manchmal an einem anderen Termin. Vorher bekommen Sie in einem separaten Raum Zeit zur Vorbereitung und dürfen sich Notizen machen, die Sie mitnehmen dürfen.
  6. Ergebnis. Wie lange es dauert, legt das Prüfungszentrum fest — meist einige Wochen. Fragen Sie bei der Anmeldung danach, besonders wenn Sie das Zertifikat für einen Antrag bei einer Behörde brauchen.

So üben Sie den Ablauf, bevor er ernst wird

Der häufigste Fehler ist nicht fehlende Grammatik, sondern fehlende Routine: Wer den Aufgabentyp zum ersten Mal in der Prüfung sieht, verliert Zeit mit dem Lesen der Anweisungen.

Auf dieser Seite finden Sie Übungspakete im Format der B1-Prüfung — mit Hörtexten, Leseaufgaben, Schreiben und Sprechen, aufgebaut wie die Module der echten Prüfung. Es sind keine echten Prüfungsbögen, sondern eigenes Übungsmaterial im gleichen Format. Wenn Ihnen ein Bereich besonders schwerfällt, üben Sie ihn einzeln: Schreiben mit KI-Bewertung prüft Ihren Text nach Aufgabenerfüllung, Wortschatz und Korrektheit, und wer die Grundlagen nachholen möchte, findet sie im Deutschkurs.

Ein realistischer Plan: Machen Sie zuerst ein komplettes Paket unter Zeitdruck, um Ihren Ausgangspunkt zu sehen. Danach trainieren Sie zwei bis drei Wochen gezielt die schwächsten Teile. In der letzten Woche wiederholen Sie noch einmal ein vollständiges Paket mit Uhr.

Dieser Artikel beschreibt die Prüfung allgemein. Verbindlich ist immer die aktuelle Prüfungsordnung Ihres Anbieters und die Auskunft Ihres Prüfungszentrums.

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