Deutsch B1

Bildbeschreibung B1: Aufbau, Redemittel und ein Beispiel

7 Min. Lesezeit

Ein erwachsener Lernender sitzt an einem Holztisch, hält eine farbige Fotokarte mit einer Szene auf einem Wochenmarkt in der Hand und beschreibt sie

Eine Bildbeschreibung als eigene Prüfungsaufgabe gibt es nur im Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ): Im Teil 2 der mündlichen Prüfung bekommen Sie ein Foto, sagen, was Sie sehen, und erzählen danach von Ihren eigenen Erfahrungen. Beim Goethe-Zertifikat B1 und beim telc Deutsch B1 kommt keine Bildbeschreibung vor — dort planen Sie gemeinsam etwas, präsentieren ein Thema oder sprechen über Meinungen. Üben lohnt sich trotzdem für alle: Wer ein Foto flüssig beschreiben kann, kann auch im freien Sprechen Orte, Personen und Situationen benennen.

Daten geprüft: 21. Oktober 2026. Grundlage sind das Prüfungshandbuch zum Deutsch-Test für Zuwanderer (Goethe-Institut und telc, 2009), der DTZ-Übungssatz 1 der g.a.s.t. (Juni 2024), die Durchführungsbestimmungen zum Goethe-Zertifikat B1 (Stand 1. September 2025) mit dem Übungssatz für Erwachsene und der Übungstest 1 zu telc Deutsch B1 der telc gGmbH — prüfen Sie den aktuellen Stand vor der Prüfung bei Ihrem Anbieter.

Wo kommt die Bildbeschreibung vor?

Prüfung Bild im Sprechen? Was stattdessen geprüft wird
Deutsch-Test für Zuwanderer ja, Teil 2 Foto beschreiben, dann eigene Erfahrungen und Vergleich mit dem Heimatland
Goethe-Zertifikat B1 nein gemeinsam etwas planen, ein Thema präsentieren, Rückmeldung und Fragen
telc Deutsch B1 nein einander kennenlernen, über ein Thema sprechen (Meinungen), gemeinsam etwas planen

Die Teile der Goethe- und telc-Prüfung haben wir unter Die mündliche B1-Prüfung ausführlich beschrieben. Hier geht es um die DTZ-Aufgabe — und um die Technik, die Sie für jede Bildbeschreibung brauchen.

So läuft der DTZ-Teil mit dem Foto ab

Die mündliche Prüfung im DTZ ist eine Paarprüfung von ca. 16 Minuten mit fünf Teilaufgaben. Für die Bildbeschreibung sind zwei davon wichtig:

Teil 2A — über Erfahrungen sprechen. Jede Person bekommt ein anderes Foto; beide Bilder gehören thematisch zusammen. Die Aufgabe lautet im Übungssatz: „Sie haben in einer Zeitschrift ein Foto gefunden. Berichten Sie Ihrer Gesprächspartnerin oder Ihrem Gesprächspartner kurz: Was sehen Sie auf dem Foto? Was für eine Situation zeigt dieses Bild?“

Teil 2B — auf Nachfragen reagieren. Danach fragt die prüfende Person zum Beispiel: „Erzählen Sie bitte: Welche Erfahrungen haben Sie damit?“ Die Anschlussfragen gehen oft auf Ihr Heimatland ein — „Wie ist das in Ihrem Heimatland?“

Laut Prüfungshandbuch sprechen Sie in Teil A ein bis zwei Minuten, Teil A und B zusammen dauern ca. drei Minuten pro Person. Eine Vorbereitungszeit gibt es nicht und Hilfsmittel sind nicht erlaubt; Sie dürfen sich das Foto nur kurz ansehen, dann beginnen Sie.

Was die Prüfenden hören wollen

Die Bewertungskriterien des DTZ unterscheiden genau, was B1 und was A2 ist:

B1 A2
Teil 2A die Hauptinhalte eines Fotos und auch Einzelheiten benennen die Hauptinhalte knapp und sehr allgemein benennen
Teil 2B eigene Erfahrungen teilweise detailliert berichten eigene Erfahrungen knapp und allgemein berichten

Der Unterschied zwischen den Stufen ist also nicht die Grammatik allein, sondern die Menge an Details. „Das ist ein Markt. Viele Leute.“ ist A2. Wer sagt, welche Menschen was tun, wo sie stehen und wie die Stimmung ist, zeigt B1. Im Bewertungsbogen des Übungssatzes zählen Teil 2A und Teil 2B je bis zu 10 von 100 Punkten; dazu kommen Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit und Wortschatz, die über das ganze Gespräch bewertet werden. B1 im Sprechen beginnt bei 75 Punkten — und ohne B1 im Sprechen gibt es kein Gesamtergebnis B1, wie wir unter DTZ oder B1? erklären.

Der Aufbau: fünf Schritte, die immer tragen

  1. Überblick — ein Satz zum Thema: „Auf dem Foto sieht man einen Wochenmarkt in einer Stadt.“
  2. Personen und Ort — wer ist zu sehen, wo ist das? „Im Vordergrund steht eine Verkäuferin hinter einem Stand mit Obst.“
  3. Details — was machen die Personen, was liegt, steht, hängt wo? Farben, Kleidung, Wetter.
  4. Vermutungen — was passiert gerade, wie ist die Stimmung? „Ich glaube, es ist Samstagvormittag.“
  5. Eigene Erfahrung oder Meinung — die Brücke zu Teil 2B: „Ich selbst gehe auch gern auf den Markt, weil …“

Schritt 4 ist der, den viele vergessen. Die Aufgabe fragt ausdrücklich: „Was für eine Situation zeigt dieses Bild?“ — eine reine Liste von Gegenständen beantwortet diese Frage nicht.

Redemittel für die Bildbeschreibung

Einstieg: Auf dem Foto sieht man … · Das Bild zeigt … · Hier geht es um …

Wo? Im Vordergrund / Im Hintergrund · In der Mitte · Links / Rechts · Oben / Unten · Neben dem Stand · Hinter der Frau

Was tun die Personen? Ein Mann kauft gerade … · Zwei Kinder spielen … · Die Frau hält … in der Hand.

Vermutungen: Ich glaube, dass … · Ich vermute, … · Vielleicht … · Es sieht so aus, als ob … · Wahrscheinlich ist es …

Stimmung: Die Stimmung wirkt fröhlich / ruhig / hektisch. · Die Leute scheinen gute Laune zu haben.

Brücke zur eigenen Erfahrung: Das erinnert mich an … · Bei mir ist das so: … · In meinem Heimatland ist das ähnlich / ganz anders, weil …

Achten Sie beim Ort auf den Dativ nach Wechselpräpositionen: im Vordergrund, auf dem Tisch, neben der Kasse, hinter den Kisten — die Frage ist immer wo?, nicht wohin?.

Typische Fehler, die Punkte kosten

  • Nur aufzählen. „Äpfel, Tomaten, Blumen, Leute.“ Ohne Verben und ohne Sätze zeigen Sie weder Wortschatz noch Grammatik.
  • Zu früh aufhören. Nach drei Sätzen ist das Foto nicht beschrieben. Gehen Sie die fünf Schritte durch, dann füllt sich die Zeit von selbst.
  • Vermutung als Tatsache. „Die Frau ist Lehrerin.“ — woher wissen Sie das? Besser: „Vielleicht ist sie Lehrerin, denn sie trägt viele Hefte.“ Mit einer Begründung wird aus einer Vermutung ein B1-Satz.
  • Im Präsens bleiben, wenn Sie erzählen. In Teil 2B berichten Sie über Erfahrungen — dafür brauchen Sie das Perfekt: „Letzten Sommer bin ich mit meiner Tochter auf einen Flohmarkt gegangen.“
  • Schweigen, wenn ein Wort fehlt. Umschreiben Sie: „So ein Ding, in dem man das Obst trägt“ — das ist besser als eine Pause.

Ein Beispiel

Das Foto (erfunden): ein Wochenmarkt an einem sonnigen Tag, vorne ein Obststand, dahinter Menschen mit Taschen.

„Auf dem Foto sieht man einen Wochenmarkt in einer Stadt. Im Vordergrund steht eine Verkäuferin hinter einem Stand mit Obst und Gemüse. Sie trägt eine grüne Schürze und gibt einem älteren Mann eine Tüte mit Äpfeln. Links liegen Tomaten und Paprika in Holzkisten. Im Hintergrund sieht man viele Leute mit Einkaufstaschen, und rechts gibt es einen Stand mit Blumen. Der Himmel ist blau, deshalb glaube ich, dass es ein warmer Tag ist. Wahrscheinlich ist es Samstagvormittag, weil so viele Menschen einkaufen. Die Stimmung wirkt fröhlich und entspannt. Das Foto zeigt, wie Menschen am Wochenende frische Lebensmittel kaufen.“

Und auf die Frage „Welche Erfahrungen haben Sie damit?“:

„Ich gehe fast jeden Samstag auf den Markt in meinem Stadtteil. Dort ist das Obst oft frischer als im Supermarkt, aber manchmal auch teurer. In meinem Heimatland war der Markt viel größer, und man hat über den Preis gesprochen. Das habe ich in Deutschland noch nie gesehen.“

Zusammen sind das gut zwei Minuten Redezeit — mit Ort, Details, Vermutung, Begründung, Perfekt und einem Vergleich. Genau das steht in der B1-Spalte der Bewertung.

So üben Sie mit Wirkung

Bildbeschreibung ist eine Technik, und Technik wird durch Wiederholung sicher. Ein Plan für drei Wochen:

Woche Was Sie tun
1 jeden Tag ein Foto aus dem Alltag laut beschreiben, die fünf Schritte vor sich auf einem Zettel
2 ohne Zettel, mit Uhr: zwei Minuten sprechen, danach eine Minute über eigene Erfahrungen im Perfekt
3 mit Partnerin oder Partner: gegenseitig Nachfragen stellen wie die Prüfenden in Teil 2B

Nehmen Sie sich mit dem Handy auf. Beim Anhören merken Sie sofort, wo Sie stocken und welche Wörter fehlen.

Auf dieser Seite können Sie kostenlos die Bildbeschreibung mit KI-Bewertung trainieren: Sie wählen ein Foto, schreiben oder sprechen Ihre Beschreibung und bekommen eine Bewertung nach Aufgabenerfüllung, Grammatik, Wortschatz und Flüssigkeit, dazu eine Musterantwort zum Vergleichen. Das ist ein Trainingsformat mit eigener Punkteskala — nicht die Bewertung der echten Prüfung. Für den Präsentationsteil von Goethe-Zertifikat B1 gibt es außerdem Monolog und Präsentation, den kompletten Ablauf üben Sie in einem Übungspaket im Format der Prüfung, und Grammatiklücken wie die Wechselpräpositionen schließen Sie im Deutschkurs.

Verbindlich sind die Aufgabenformate und Bewertungskriterien Ihres Anbieters in der jeweils aktuellen Fassung. Unsere Übungsaufgaben sind eigenes Material im Format der Prüfung, keine echten Prüfungsbögen.

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